Die Vorteile und Nachteile der Pflegekräfte aus dem Ausland

Deutschland ist eins der Länder, in denen die Situation mit den Pflegekräften ziemlich ernst ist. Jedes Jahr braucht Deutschland immer mehr und mehr Personal, dabei ist das Geld meistens nicht das Problem. Seit Jahren wird darüber geredet, dass Deutschland unter dramatischen Fachkräftemangel leidet, doch in den letzten zwei Jahren ist die Situation noch drastischer geworden. Gerade aus diesem Grund werden immer mehr Pflegekräfte aus anderen Gebieten von Europa nach Deutschland gebracht. Natürlich hat diese Lösung ihre eigenen Vorteile und Nachteile, auf die man kurz eingehen wird.

Die Vorteile

Seit ein paar Jahren ist Polen das erste Land, wo Deutschland nach Pflegekräften sucht. Mittlerweile ist dies schon eine Routine geworden und man kann immer mehr aus Polen stammende Pflegekräfte in der Rundum-Betreuung finden. Diese Vorgehensweise bringt mehrere Vorteile mit sich. Erstens sind diese Pflegekräfte eine große Hilfe, da der Markt in Deutschland leer ist.

Außerdem liegt der größte Vorteil darin, dass Pflegekräfte, die aus dem Ausland kommen, in der Regel weniger kosten, als diejenigen, die aus Deutschland stammen. Deshalb ist Deutschland immer dazu bereit, Mitarbeiter aus anderen Ländern willkommen zu heißen. Für diese Zwecke gibt es besondere Agenturen, die Mitarbeiter für eine individuelle Pflege aufsuchen und nach Deutschland bringen. Bei den Altenheimen können auch Menschen aus anderen Ländern gefunden werden, doch diese sind aber unabhängig von den Agenturen nach Deutschland gekommen.

Außerdem können nur Menschen mit Erfahrung und einer hohen Qualifikation in dieser Branche arbeiten, was zusätzliche Vorteile mit sich bringt. Nebenbei sind die Pflegekräfte aus Osteuropa sehr herzlich und daran gewöhnt, mit Menschen nett und friedlich umzugehen. Das ist auch der Grund, wieso sehr viele Pflegekräfte gerade aus diesen Gegenden stammen.

Nachteile

Natürlich gibt es dabei auch eine Reihe von Nachteilen, die erwähnt werden sollten. Erstens kann die Sprache ein Problem sein. Bei einer 24-Stunden-Betreuung sind die Pflegekräfte meistens alleine mit den älteren Menschen. Da man von den Pflegekräften aus dem Ausland nicht gerade ein fehlerfreies Deutsch erwarten kann, kann das zu Problemen in der Kommunikation führen. Besonders weil zum Beispiel an Demenz leidende Menschen Probleme in der Kommunikation haben, kann das ein Hindernis sein.

Nebenbei benötigen die Pflegekräfte aus dem Ausland ein besonderes Zimmer, wo sie untergebracht werden. Doch der größte Nachteil besteht darin, dass aus besonderen Gründen die ausländischen Pflegekräfte keine Möglichkeit haben, medizinische Leistungen zu erbringen. Deshalb wird neben der Pflegekraft auch noch Zusatzpersonal aus Deutschland benötigt. Gerade deshalb können die Kosten bei einer 24-Stunden-Betreuung ziemlich hoch werden.

Wie kommt man zu einer ausländischen Pflegekraft?

Wie schon oben erwähnt, gibt es besondere Agenturen, die sich über die Anschaffung von Pflegekräften kümmern. Nebenbei hat man zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann selber eine Pflegekraft beauftragen, wobei diese dann in einem separaten Haus wohnen muss. Die andere Möglichkeit ist es, mit einer ausländischen Agentur einen Vertrag abzuschließen und eine Pflegekraft zugeordnet bekommen. Die dritte Variante ist es, selber ein Arbeitgeber zu werden und einen Vertrag zu erstellen, was dann viel Aufwand benötigt.


Wie man richtig mit der Medikamenteneinnahme für Senioren umgeht

Bei einer Großzahl der älteren Menschen kommt es oft dazu, dass sie unter Selbstversorgungsdefizit leiden, besonders wenn es sich dabei um die Medikamenteneinnahme handelt. Besonders häufig sind zwei Problemschwerpunkte. Erstens kommt es zu einer Überforderung bei der Einnahme der Arzneimittel, besonders bei Fällen, wo die demenziellen Erkrankung fortgeschritten ist. In solchen Fällen vergessen die Demenzkranken oft, ihre Medikamente einzunehmen oder es kann auch vorkommen, dass sie diese doppelt einnehmen.

Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel, dass die Feinmotorik bei den Senioren so eingeschränkt ist, dass sie zum Beispiel die vielen Pillen von einander nicht mehr unterscheiden können. Solche Defizite sind meistens dadurch geregelt, dass in den Pflegeheimen für jeden Bewohner besondere Abteilungen geschaffen werden, in denen alle benötigten Medikamente aufbewahrt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass bei der häuslichen Pflege die Pflegekraft die Sorge über die Einnahme dieser Medikamente übernimmt. Dabei gibt es natürlich auch bestimmte Regeln, die befolgt werden sollten.

Die Regeln

Es gibt Medikamente, die in einer bestimmten Zeitspanne eingenommen werden sollten. Die angegebene Zeit muss immer befolgt werden, sonst können die Medikamente nicht richtig wirken. Wenn auf der Packung „Vor dem Essen“ steht, dann bedeutet dass, das die Pillen 20 Minuten bis maximal eine Stunde vor dem Essen eingenommen werden sollten. Dafür gibt es auch einen besonderen Grund. Wenn der Magen leer ist, dann wirken die Medikamente schneller, oder die Pillen haben beispielsweise einen besonderen Überzug, sodass die Pillen nur bei einem leeren Magen keine Schäden verursachen.

Es gibt dann auch solche Medikamente, auf deren Packung die Überschrift „Mit der Mahlzeit“ steht. Diese Pillen nimmt man dann während der Mahlzeit ein, man kann sie ruhig zusammen mit dem Essen schlucken. Die dritte Variante sind dann Pillen, die „nach dem Essen“ eingenommen werden. Das gilt besonders für diejenigen Pillen, bei denen bestimmte Lebensmittel die Wirkstoffaufnahme verzögern oder stoppen können.

Wann und wie oft einnehmen?

Nebenbei gibt es auch besondere Vorschriften, wenn es darum geht, wie oft man eine bestimmte Pille täglich einnehmen darf. Einmal täglich heißt, dass die Pille jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden sollte. Wenn auf der Packung zweimal täglich steht, dann sollte eine Pille jede 12 Stunden eingenommen werden. Wenn es sich um Medikamente handelt, die dreimal täglich eingenommen werden sollten, dann ist das meistens von den drei Mahlzeiten pro Tag abhängig.

Die 6-R-Regel

Je älter die Menschen sind, desto mehr Medikamente müssen sie einnehmen. Das ist besonders bei den pflegebedürftigen Menschen in Pflegeeinrichtungen der Fall. Dabei müssen sowohl Ärzte, als auch Pflegepersonal darauf achten, dass die Patienten genaue Präparate erhalten. Zu diesem Zwecke wurde eine s.g. 6-R-Regel entwickelt. Diese ist aus 6 Fragen zusammengestellt, die relevant für die Medikamenteneinnahme sind.

Dazu gehören folgende Fragen:

  • Handelt es sich um den richtigen Patienten?
  • Handelt es sich um die richtige Dosis?
  • Ist es Zeit für das Medikament?
  • Ist das Medikament richtig?
  • Handelt es sich um die richtige Verabreichungsform?
  • Ist in diesem Falle die Dokumentation richtig?

Vor dieser Regel gab es nur die ersten fünf Fragen, doch nachdem eine Dokumentation erforderlich geworden ist, wurde die s.g. 6-Regel erfunden. Wenn sich das Personal an diese Regel halten kann, dann sind die Patienten gut gepflegt und sicher. Natürlich gibt es dabei auch bestimmte Vorschriften, die sich besonders auf die Medikamente beziehen. Die Medikamente müssen nämlich in abschließbaren Schränken aufbewahrt werden, sodass die Lagerung unter 25 Grad erfolgt.

Wenn ein Patient besondere Medikamente einnehmen muss, dann müssen diese den Namen des Patienten aufgeschrieben haben. Außerdem muss auch das Datum der Verpackungsöffnung vermerkt sein. Da die Pflegekraft meistens die Vergabe der Medikamente zuhause erledigt, muss sie genug Kenntnisse darüber haben, wann welches Medikament eingenommen werden sollte.


Die wichtigsten Regeln bei der Pflege dementer Patienten

Demenz ist eine häufige Krankheit bei älteren Menschen und gerade deshalb werden viele dieser Menschen in Pflegeheimen oder von Pflegekräften gepflegt. Somit wird das ganze Leben dieser pflegebedürftigen Menschen von den Pflegenden beeinflusst. Dabei gibt es aber bestimmte Regeln, die man als Pflegekraft unbedingt beachten sollte. Sehr oft kommt es vor, dass sich die pflegebedürftigen Menschen durch diese Belastung überfordert fühlen, bzw. dass sie sich schuldig fühlen oder sich als eine Last ansehen. Genauso sind die Pflegenden durch diese Situation oft durch Schuldgefühle gequält, da sie wegen Überstunden aggressiv oder gemein den zu pflegenden Menschen gegenüber sein können.

Deshalb ist es wichtig, dass sich der Pflegende auf solche psychischen Belastungen gut vorbereitet, da er nur so mit den demenzkranken Menschen gut umgehen kann. Diese benötigen eine besondere Pflege, die unter anderen eine 24/7 Aktivität fördert. Somit ist es immer wichtig, dass die Pflegekräfte darauf vorbereitet sind. Menschen, die unter Demenz leiden, benötigen eine besondere Pflege, damit sie sich nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Deshalb gibt es auch besondere Regeln, die man dabei beachten sollte.

Geduldig sein hilft immer

Es gibt mehrere Sachen, auf die man bei der Pflege dementer Menschen Acht geben sollte. Eine davon ist Geduld. Wenn die Pflegekraft ungeduldig ist oder Unverständnis zeigt, dann kann sich die pflegebedürftige Person unwohl fühlen oder denken, dass sie etwas Falsches gemacht hat. Das führt dann dazu, dass die Person nicht zufrieden ist und sich unwohl fühlt. Um das zu vermeiden, sollte die Pflegekraft die eigenen Handlungen und Reaktionen kontrollieren können. Außerdem ist Geduld die wichtigste Eigenschaft, über die die Pflegekraft verfügen sollte. Menschen, die unter Demenz leiden, brauchen mehr Zeit als üblich, um bestimmte Sachen zu erledigen.

Dazu gehören tägliche Aktivitäten wie Anziehen oder Körperpflege. Das Essen ist auch viel anstrengender als sonst und gerade aus diesem Grund sollten die Pflegekräfte in der Lage sein, diese Aktivitäten zu übernehmen, manchmal sogar vollkommen. In fortgeschrittenen Stadien ist dies oft der Fall, da dies für den zu Pflegenden anstrengend sein kann. Gerade in solchen Situationen wird die Geduld der Pflegekräfte getestet.

Eine einfache Kommunikation hilft

Als Pflegekraft sollte man in der Lage sein, eine sehr einfache und unkomplizierte Sprache im Umgang mit den demenzkranken Menschen zu benutzen. Menschen, die unter einer solchen Krankheit leiden, sind oft unfähig, lange und komplexe Sätze zu folgen oder zu verstehen. Deshalb sollte man mit ihnen fast wie mit kleinen Kindern umgehen können. Es gibt dabei bestimmte Regeln, die man befolgen sollte. Die Sätze sollten sehr kurz sein und dabei klare Anweisungen verfolgen. Es dürfen also keine zweideutigen Sätze verwendet werden, da diese meistens zu anspruchsvoll für die Älteren sein können. Nebenbei sollten keine Fragestellungen formuliert werden, da die Betroffenen sehr oft durch diese Fragestellungen überfordert werden.

Auch wenn eine Frage gestellt werden muss, sollte sie deutlich und klar sein. Dabei ist es sehr wichtig, dass man den Betroffenen genug Zeit gibt, damit sie über ihre Antwort nachdenken können. Sie benötigen meistens mehr Zeit als gesunde Menschen, um über die Frage nachzudenken und sie zu beantworten. Bestimmte Redewendungen und Sätze werden von den Betroffenen Personen sehr einfach verstanden. Wenn man sich diese Sätze merkt, dann gelingt die Kommunikation viel einfacher und man kann sich mit der Person unterhalten. Sehr oft kommt es vor, dass der Demenzkranke Unrecht hat und sich dieser Tatsache nicht bewusst ist. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, dass man keine Streitgespräche oder unnötige Diskussionen beginnt, da sich somit die Menschen noch schlechter fühlen können.

Was wenn Reden nicht mehr möglich ist?

Wenn es dazu kommt, dass keine Kommunikation mehr erfolgen kann, dann sollten alle anderen Sinne des Demenzkranken in Anspruch genommen werden. Als Pflegekraft kann man sogar einen persönlichen Zugang über Riechen, Schmecken, Hören, Sehen oder Tasten schaffen. Hier ist auch wichtig, dass man eine bestimmte Balance schafft und Reizüberflutungen vermeidet. Man sollte also eine Überlagerung der Sinneseindrücke vermeiden, da diese in der Tat bedrohlich wirken kann. Das liegt daran, dass Demenzkranke die Informationsquellen nicht mehr so gut betrachten und sie deshalb auch nicht zuordnen können.


Maßnahmen gegen Dekubitus

Bei Dekubitus handelt es sich um eine Ernährungsstörung der Haut und des Unterhautgewebes. Dies beschränkt sich auf eine lokal begrenzte Stelle und wird verursacht durch eine Druckbelastung oder Reibung. Die daraus resultierende Unterversorgung des Areals mit sauerstoff- und nährstoffreichen Blutes bewirkt ein Absterben (fachlich bezeichnet Nekrose) der belasteten Stelle. Aufgrund der Entstehung bezeichnet man dies auch als Druckgeschwür.

Was ist Dekubitus und wie entsteht es?

Im Volksmunde spricht man auch von Wundliegen, da meistens Menschen betroffen sind, die lange und viel im Bett liegen müssen.

Besonders gefährdet sind alle Knochenvorsprünge:

  • Fersen-, Brust-, Kreuz-, Steiß- und Sitzbein
  • Knöchel und Knieinnenflächen
  • Hüftknochen, Ellenbogen und Schulterblatt
  • Hinterkopf und Ohrmuschel

Ebenso sind Katheterschläuche oder im Bett vergessene Gegenstände Verursacher von Druckgeschwüren.

Die begünstigenden Faktoren für Dekubitus sind zahlreich und sind meist mit einem geschwächten körperlichen Zustand. Wo ein rundum gesunder Mensch spürt, wann eine Entlastung des Gewebes notwendig ist, ist ein kranker Mensch dazu nicht in der Lage. Meist sind schwere Grunderkrankungen, mit denen Bettlägerigkeit einhergeht, Grund für diese fehlende Mobilität.

Prävention gegen die Entstehung

Sollte ein Patient als bettlägerig gelten, muss man ihm bewusst machen, dass die Vermeidung von der Entstehung in Teamarbeit entsteht. Die regelmäßige Umlagerung der eingeschränkten Person verhindert nämlich, dass zu lange zu viel Druck auf bestimmte Knochen und Regionen ausgeübt werden. Da müssen die Pflegekräfte und die betroffene Person zusammenarbeiten, denn weder mag jemand einen nassen Sacken bewegen noch jemand gegen seinen Willen in eine andere Position gezwungen werden.

Auch sich zu melden, falls man Druckbeschwerden hat und sich alleine nicht bewegen kann, ist ein maßgeblicher Teil dieser Teamarbeit.

Sollte man noch in der Lage sein, sich mehr als nur ein wenig zu bewegen, sind kleine Bewegungsübungen über den Tag hinweg ebenso hilfreich. Es fördert die Durchblutung, kann sich positiv auf die Psyche auswirken und ermöglicht einem vielleicht sogar einen Besuch an der frischen Luft.

Nicht nur die physische Mobilisation ist notwendig. Auch die geistige Mobilität sollte weiterhin aus eigenem Antrieb gefördert werden. Alles, was den Geist anregt, regt auch den Körper an.

Bei der Hautpflege muss man auf Sorgfalt achten. Bettlägerige Patienten sollten auf warmes Wasser verzichten, da kühles Wasser die Haut nicht weniger stark schädigt. Waschzusätze sollten nur in Ausnahmefälle und in flüssiger Form hinzugezogen werden.

Die Ernährung kann zwar keinen Dekubitus an sich verhindern, dennoch unterstützt eine ausgewogene, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung den allgemeinen Hautzustand und kann in Kombination mit allen anderen Maßnahmen präventiv wirken.

Reaktion bei Feststellung

Stellt man fest, dass der Bettlägerige an einer Stelle ein Druckgeschwür hat, ist diese Stelle unverzüglich zu entlasten und die Person auf weitere Dekubitus-Stellen zu untersuchen. Pflegt man die Person zu Hause, sollte man Pflegekräfte oder Ärzte zwecks der Behandlung zur Rate ziehen, denn es gibt unterschiedliche Schweregrade, die unterschiedlich behandelt werden.

Schweregrad 1

Die kleine, trockene Wunde wird mit einem sterilen Verband locker abgedeckt und entlastet.

Schweregrad 2

Die Wunde wird, insofern sie feucht ist, zunächst mit einer sterilen Kochsalzlösung ausgespült. Befindet sie sich im Anfangsstadium, genügt ein Hydrokolloidverband. Dieser enthält eine spezielle Wundauflage, welche die Stelle luftdicht überdeckt und feucht hält. So ist eine optimale Unterstützung der Wundheilung gewährleistet. Dieses Verband sollte zweimal am Tag gewechselt werden.

Schweregrad 3+4

Hierbei handelt es sich bereits um entzündete Wunden. Diese werden unter Antibiotika-Anwendung bekämpft. Der Verband ist abhängig der Wundbeschaffenheit und der Frage nach trockenen oder feuchten Wunden gewählt werden.

Mittels chirurgischen Eingriff wird das abgestorbene Gewebe entfernt und eine kontinuierliche Wunddrainage gelegt, damit ein Unterdrucksystem weitere Druckgeschwüre an der Stelle vorbeugen kann.


In der Pflege – Mangelernährung vorbeugen und erkennen

Mangelernährung im Alter ist keine Seltenheit, kann aber für die Betroffenen schlimme gesundheitliche Folgen haben. Deswegen ist es wichtig, bei bestehendem Untergewicht oder mangelndem Appetit genauestens hinzuschauen.

Die Motivation für Essen wird im Alter geringer, zum Teil können hierfür schwächer werdende Geschmacks- und Geruchsknospen verantwortlich sein. Der sinkende Geschmack kann zu einer steigenden Lustlosigkeit auf Essen führen und das kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Außerdem funktionieren der Durst und das Hungergefühl im Alter nicht mehr so genau wie früher. Das ist ein häufiger Grund, warum ältere Menschen oft dehydriert sind.

Der Mangel an Nahrung führt zu einem gravierenden Defizit an essentiellen Nährstoffen, wodurch Organfunktionen immer mehr heruntergefahren werden müssen.

Die im Alter ohnehin schon schlechter werdende Reparaturfunktion der Zellen, wird dadurch nur noch mehr beeinträchtigt, weil einfach wichtige Baustoffe fehlen. Da die Immunabwehr auch aus Zellen besteht, wird der Unterernährte vermehrt krank werden und sich auch langsamer oder sogar gar nicht mehr regenerieren.

Zehn Regeln von der DGE für Mangelernährung

Viele denken, dass im Alter weniger Nahrung benötigt wird als in jungen Jahren, doch diese Annahme ist falsch – ein älterer Mensch braucht genauso viel Nahrung. Der einzige Grund, warum der Kalorienbedarf im Alter sinken kann, ist, dass sich die meisten Älteren weniger Bewegen, was auch falsch ist.

Die zehn Regeln der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) gelten für alle Altersstufen, aber die zehn Regeln der deutschen Gesellschaft für Ernährung gelten für Personen jeden Alters. Abwechslungsreiches Essen ist wichtig. Dazu gehören jeden Tag: Getreideprodukte, Kartoffeln und 30 g Balaststoffe. Ein- bis zweimal in der Woche Fisch und Fleisch, Eier und Wurstwaren. Im Durchschnitt reichen 40 bis 70 g Fett am Tag, beim Zucker sollten es schon etwas mehr sein mit 150 bis 200 g pro Tag und Proteine sollten mit ca. 80 g zu sich genommen werden.

Bei bestehenden Bluthochdruck sollte mit Salz vorsichtig umgegangen werden, da dieses den Blutdruck noch mehr ansteigen lassen kann. Benutzen Sie beim Salz am besten nur Jodhaltiges, da Deutschland immer noch zu den Jodmangel-Gebieten gehört. Multivitamin-Präparate können neben der Ernährung helfen, ausreichend Baustoffe zu sich zu nehmen.

Trinken sollte man einen Liter Wasser pro 25 kg Körpergewicht, bei 75 kg wären es 3 Liter am Tag. Darüber hinaus sollte man jeden Tag 30 bis 60 Minuten Sport machen, zusammen mit der vorher beschriebenen Ernährung sollte ein richtiger BMI entstehen. Sollte das Körpergewicht trotz allem weiter sinken, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hierfür können viele Ursachen in Frage kommen, von Hormonproblemen bis hin zu Karzinomen.

Wie kann eine Mangelernährung erkannt werden?

Häufig werden Gewichtsprobleme erst dann bemerkt, wenn die Kleidung nicht mehr richtig passt. Daher sollte man bei den Patienten und Angehörigen immer auf das Passen der Kleidung achten. Zudem sollte man immer auf alarmierende Signale achten, wenn die betreffende Person Nahrung ablehnt, eingefallene Augen hat, Teilnahmslosigkeit sowie Depressionen ausstrahlt.

Eine Dehydrierung erkennt man an eingetrockneten Schleim an den Mundwinkeln: der Urin wird dunkler und die Haut kann faltiger als sonst werden sowie herunterhängen.

Was ist zu tun bei einer vorliegenden Mangelernährung?

Man sollte sich die Zeit für die Betroffenen nehmen. Viele Senioren verlieren aus Mangel an Nähe die Lust am Essen, hier hilft es der Person beim Essen Gesellschaft zu leisten und über angenehme Themen zu reden. Dabei kann man die Person angenehm und stressfrei zum Essen auffordern, außerdem sieht man genauestens, wieviel gegessen wurde.

Auch Stress kann ein Grund für Appetitlosigkeit sein. Darum sollte man stets versuchen, Sorgen und Stress von so einer Person fernzuhalten oder bestehende Probleme zu mildern. Bei Dehydration empfiehlt sich alle 15 bis 45 Minuten dafür zu sorgen, dass die Person trinkt. Man sollte sich auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzen.


Was ist wichtig bei ambulanter Pflege?

Ambulante Pflege bedeutet, dass man zu Hause in den eigenen vier Wänden von speziell geschultem Personal betreut wird. Im Alter, wenn die eigene Kraft etwas nachlässt, eine Krankheit fortschreitet oder das eigene Gedächtnis allmählich nachlässt, ist der Gang in ein Pflegeheim nicht unbedingt notwendig. Ausgebildete Altenpfleger und Altenpflegehelfer unterstützen die Patienten dann bei allem Alltäglichen im eigenen Haushalt.

Sie kommen zum Beispiel morgens für die Morgentoilette und am Abend vor dem zu Bett gehen. Aber auch über den Tag verteilt, ist die Betreuung möglich. Es gibt viele verschiedene Optionen, zwischen denen man wählen kann, je nachdem wie hilfebedürftig man ist. Für viele Menschen ist diese Variante des Alterns die Liebste, da man in seinem gewohnten Umfeld bleiben kann und ein Stückchen Normalität bewahren darf. Es heißt ja nicht umsonst „einen alten Baum verpflanzt man nicht“. Doch gibt es einiges zu beachten, wenn man einen ambulanten Pflegedienst engagieren möchte.

Das Vertrauen muss stimmen

Zwar ist es in der heutigen Zeit kaum mehr möglich, zu einem Betreuer ein spezielles Verhältnis aufzubauen, da oft das Personal schnell wechselt, aber dennoch sollte ein Vertrauensverhältnis entstehen können. Gerade bei intimen Situationen, wie dem Waschen oder der Hilfe beim Toilettengang, ist das wichtig. Vielen Pflegebedürftigen ist es auch lieber, dies von einem Pfleger erledigt zu bekommen, als von den eigenen Familienmitgliedern. Um den richtigen Pflegedienst auszuwählen, sollte man sich nicht blind auf Versprechen verlassen, sondern selbst aktiv werden. Oft gibt es mehrere Pflegedienste, die einen Ort besuchen würden. Man sollte sich im Kreis der Bekannten umhören, auf Erfahrungen der anderen achten, den Hausarzt befragen oder sich einfach selbst im Gespräch bei einem Pflegedienst davon überzeugen, ob es der Richtige ist.

Jede Situation erfordert andere Kenntnisse

Um für sich oder seine Angehörigen den richtigen Pflegedienst zu finden, ist es auch wichtig zu wissen, dass es ganz spezielle Angebote gibt. Während sich die meisten Pflegedienste auf die Grundpflege und die Haushaltshilfe spezialisiert haben und auch Behandlungspflege, also medizinische Versorgung anbieten, gibt es auch speziell ausgerichtete Sozialstationen. So kann es auch möglich sein, einen Intensivpatienten zu Hause pflegen zu lassen. Wieder andere haben sich auf die Onkologie spezialisiert und wissen genau, wie mit Krebspatienten umzugehen ist.

Nähe, Bereitschaft und Kostenübernahme

Man sollte sich sicher sein, was man von einem ambulanten Pflegedienst erwartet. Danach lässt sich dann auch am besten ein geeigneter Dienst auswählen. Will man den Haushalt erledigt haben, soll Essen vorbeigebracht werden, oder auch eine medikamentöse Betreuung erfolgen? Das alles sind Kriterien, nach denen sich die Auswahl der Pfleger richtet. So bekommt man das beste Personal für die eigenen Bedürfnisse. Wichtig ist auch, dass der Pflegedienst in der Nähe ist und in Notfällen schnell zur Stelle sein kann.

Auch eine Bereitschaft in der Nacht ist sinnvoll und wird von vielen Pflegediensten angeboten. Es kann auch hilfreich sein, wenn der Pflegedienst mit Apotheken und Hausärzten zusammenarbeitet. So lassen sich wichtige Informationen direkt übermitteln. Nicht zuletzt spielen aber auch die Kosten eine große Rolle. Denn Pflege ist teuer und frisst nicht selten die gesamte Rente der Patienten auf. Daher sollte man darauf achten, dass die Pflegedienste mit den Krankenkassen vernetzt sind. Je nach der Schwere des Pflegebedürfnisses, welches auch Pflegestufe genannt wird, bekommen die Patienten einige Leistungen von der Krankenkasse gezahlt.


Familienpflegezeit – was man wissen muss

Was hinter dem Wort Familienpflegezeit steht, ergibt sich schon aus dem Namen an sich: Zeit zur Pflege der Familie. Seit dem Jahr 2012 gibt es ein Gesetz, welches regelt, dass Berufstätige den Job mit der Pflege der Angehörigen verbinden können. Das ist wichtig, denn etwas mehr als die Hälfte der pflegebedürftigen Menschen werden in Deutschland zu Hause betreut. Viele Angehörige werden durch ambulante Pflegedienste unterstützt, aber dennoch ist es schwer, die beruflichen Pflichten mit der Pflege daheim in Einklang zu bringen. Dabei hilft das Gesetz.

Altes Recht bleibt bestehen

Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes war dieser Bereich des Lebens nicht ganz ungeregelt. Es war auch schon zuvor möglich für Angehörige, die Pflegebedürftigen bis zu sechs Monate zu Hause zu pflegen. Eine solche Pflege musste dem Arbeitgeber wenigstens zehn Tage vor dem Beginn der Zeit mitgeteilt werden. Während dieser Zeit entfielen Gehalts- oder Lohnfortzahlungen, jedoch blieb die Sozialversicherung. Geknüpft war die Regelung allerdings an eine Betriebsgröße von mindestens fünfzehn Mitarbeitern. Bei kleineren Betrieben war es möglich bis zu zehn Tage Pflegezeit zu erhalten, welche durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen werden musste.

Für Vollzeitbeschäftigte und Teilzeitkräfte

Neu ist, dass Vollzeitkräfte in der Pflegephase, welche bis zu zwei Jahre dauert, ihren Vollzeitjob in einen Halbtagsjob verwandeln können. Dies ist unabhängig von der Größe des Unternehmens. Während dieser Zeit erhalten die Beschäftigten 75 % ihres Gehalts, arbeiten aber nur die Hälfte der Stundenanzahl. Nach den zwei Jahren beginnt die Nachpflegephase. In dieser Zeit arbeitet der Beschäftigte wieder Vollzeit, bekommt aber weitere zwei Jahre nur 75 % des Gehalts. Wenn die Stunden wieder ausgeglichen sind, kann eine neue Pflegezeit beantragt werden.

Für Beschäftigte, die nur halbtags arbeiten, gilt diese Regelung ebenso. Sie reduzieren beispielsweise ihre Stundenzahl von dreißig auf zwanzig Stunden und bekommen fünfundzwanzig Stunden bezahlt. In der Nachpflegephase können sie sich entscheiden, entweder wieder in die dreißig Stunden einzusteigen oder fünf Stunden mehr zu arbeiten und dafür dreißig Stunden bezahlt zu bekommen. Ein Recht auf die Familienpflegezeit gibt es jedoch nicht. Das heißt, der Arbeitgeber muss nicht zustimmen, wenn wichtige Gründe gegen eine solche Pflege vorliegen.

Weitere wichtige Fakten

Tritt während der Pflegezeit der Fall ein, dass die pflegebedürftige Person in ein Heim umzieht oder verstirbt, dann muss der Arbeitgeber so schnell wie möglich darüber informiert werden. Offiziell beendigt, ist die Pflegezeit dann zwei Monate nach dem Umzug in ein Heim oder dem Tod.

Auch wichtig zu wissen ist, dass der Rentenanspruch der Arbeitnehmer auch während der Pflegezeit bestehen bleibt. Lediglich die Summe wird dann nach dem geringeren Gehalt berechnet. Beträgt die Pflegezeit mindestens vierzehn Stunden pro Woche und die Erwerbstätigkeit maximal dreißig Stunden, so zahlt die Pflegekasse nochmal extra in die Rentenkasse ein. Die Summe der eingezahlten Beträge richtet sich nach der Pflegestufe des Angehörigen. Das ermöglicht einen ähnlich hohen Beitrag in die Rentenkasse, wie mit einer Vollzeitbeschäftigung. Eine Familienpflegezeit kann zudem erst beantragt werden, wenn der Angehörige mindestens Pflegestufe 1 erhalten hat.

Kritik an der Familienpflegezeit gibt es besonders hinsichtlich der Rechtslage. Da man keinen Rechtsanspruch auf Bewilligung der Pflegezeit hat, wird angenommen, dass Betriebe Anträgen auf Pflegezeit weniger bzw. nur bedingt zustimmen. Und das, obwohl die Betriebe ein spezielles Darlehen beantragen können, welches ihre Mehrausgaben während der Pflegezeit wieder ausgleicht.


Die 24 Stunden Pflege für Senioren

Ein großer Dank für die freundliche Unterstützung bei der Recherche zu diesem Beitrag über die “24 Stunden Betreuung” geht an help4seniors.de .

Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben, zu pflegen, ist eine große Belastung für Angehörige. Zunehmend beliebter wird, die pflegebedürftige Person von einer Betreuungskraft unterstützen zu lassen. Eine einfühlsame und vor allem sehr erfahrene Pflegekraft lebt im Haushalt der älteren Menschen und widmet sich mit umfassender 24 Stunden Pflege der bedürftigen Person. Dadurch können die Senioren gut versorgt in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Die 24 Stunden Pflege ist eine große Entlastung für die Angehörigen.

Eine liebevolle Alternative zur Heimunterbringung

Kranke oder pflegebedürftige Personen, die nicht mehr eigenständig leben können, werden oftmals in einem Heim untergebracht. Eine kompetente 24 Stunden Hilfe für zu Hause, bietet hier eine perfekte Lösung an. Die Pflegekräfte besitzen umfangreiche Erfahrung und professionelles Wissen im Umgang mit älteren Menschen und können gezielt auf den Pflegebedürftigen eingehen.

Welche Aufgaben beinhaltet die 24 Stunden Pflege?

Die Pflegekräfte sind 24 Stunden vor Ort, um dem Senior dabei zu helfen, alles zu bewältigen, was dieser alleine nicht mehr kann. Die Aufgaben der Pflegekräfte gestalten sich je nach eingestufter Pflegeklasse des Betreuten vielfältig. In leichten Fällen fallen relativ einfache Aufgaben an, wie zum Beispiel einkaufen zu gehen, den Abwasch zu erledigen sowie auch das Wäscheaufhängen oder die Hilfe beim Treppensteigen anzubieten. Bei sehr schweren Pflegefällen werden alle anfallenden Aufgaben übernommen, wobei eine 24 Stunden Pflege natürlich nicht die medizinische Versorgung bei schweren Krankheitsfällen ersetzen kann. Die 24h Pflege ist dennoch eine gute Lösung für die Betreuung und Versorgung im hohen Alter.
Alle Aufgaben, welche die pflegebedürftige Person noch selbst verrichten kann, werden ihr natürlich nicht abgenommen. Dies verhindert, dass sich die Pflegepersonen in der 24 Stunden Betreuung nutzlos vorkommen. Darüber hinaus erlaubt es den pflegebedürftigen Personen, soweit das möglich ist, weiterhin einen eigenverantwortlichen Lebensstil führen zu können.

Aktivierende und motivierende Pflege

Zu einer 24 Stunden Betreuung gehört auch sich mit dem betreuungsbedürftigen Menschen zu beschäftigen und ihn zu unterhalten, zu motivieren und aufzumuntern.
Die fortwährende Anwesenheit der Betreuerin kann alte, zurück gezogene Menschen motivieren und vitalisieren. Aktivitäten, wie gemeinsame Spaziergänge sowie die
Begleitung zu Arztbesuchen oder zu Terminen beim Friseur muntern die Senioren auf.
Gesellschaftsspiele und Singen sind eine Möglichkeit sich zu beschäftigen.
Erlebnisse von früher auszutauschen und Geschichten zu erzählen munter genauso auf, ebenso wie den Pflegebedürftigen im Rahmen seiner möglichen Fähigkeiten in alle Haushaltstätigkeiten miteinzubeziehen.

Vorteile und Nachteile der 24 Stunden Pflege für Senioren

Eine 24 Stunden Pflege für zu Hause ist vor allem für die Personen geeignet, welche den Alltag nicht mehr allein bewältigen können. Die 24h Pflege bietet gegenüber anderen Formen der Pflege viele Vorteile. Ein großer Pluspunkt der 24 Stunden Pflege ist natürlich, dass der alte Mensch in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann. Zudem bleiben die sozialen Kontakte dank der Pflegekraft erhalten. Die professionelle Betreuung vor Ort bietet dem Pflegebedürftigen eine individuelle Betreuung und entlastet die Angehörigen, die sich mit einem guten und beruhigten Gefühl ihrem Berufsleben zuwenden können. Ein weiterer Vorteil im Vergleich zu einem Pflegeheim ist, dass in einem Heim viele Sachen nach einem vorgegebenen Zeitplan erledigt werden. Dies ist bei der 24h Pflege ganz anders. Die pflegebedürftige Person kann entscheiden, wann was gemacht wird. Der einzige Nachteil an der rundum Pflege sind natürlich die Kosten, welche in einem Heim jedoch noch intensiver wären.